Du bist auf der Baustelle, im Außentermin oder einfach mal eine Stunde unterwegs – und daheim im Büro klingelt das Festnetz ins Leere. Jeder Anruf, der nicht ankommt, kann ein verpasster Auftrag sein. Die naheliegende Lösung: eine Rufumleitung Festnetz auf Handy einrichten, damit Dich eingehende Anrufe auch mobil erreichen. Das klingt simpel, hat aber ein paar Tücken – vor allem bei den Kosten.
In diesem Ratgeber zeigen wir Dir Schritt für Schritt, wie Du die Rufumleitung in der FRITZ!Box und bei der Telekom einrichtest, was der Unterschied zwischen Parallelruf und klassischer Umleitung ist und wo die Kostenfalle beim Umleiten aufs Handy lauert. Zum Schluss schauen wir uns eine dritte, oft übersehene Variante an: die Weiterleitung an einen professionellen Telefonservice, der Anrufe persönlich statt automatisiert entgegennimmt.
Was ist eine Rufumleitung – die Begriffe kurz geklärt
Bevor wir ans Einrichten gehen, lohnt ein Blick auf die Begriffe, weil Hersteller und Anbieter sie unterschiedlich benennen. Rufumleitung, Anrufweiterleitung und Anrufweiterschaltung meinen im Kern dasselbe: Ein eingehender Anruf wird automatisch an einen anderen Anschluss, ein bestimmtes Telefon oder einen Anrufbeantworter weitergereicht. Der technische Unterschied liegt darin, wo das passiert – entweder führt Dein Router (etwa die FRITZ!Box) die Umleitung aus, oder sie läuft als Anrufweiterschaltung direkt in der Vermittlungsstelle Deines Telefonieanbieters.
Diese Unterscheidung ist nicht nur Technik-Detail. Läuft die Weiterleitung über den Router, werden zwei Leitungen genutzt – eine für den eingehenden Anruf und eine für die Weiterleitung. Erfolgt sie direkt beim Provider, ist das nicht der Fall. Auch praktisch relevant: Eine Rufumleitung über die FRITZ!Box funktioniert nur, solange das Gerät zu Hause angeschlossen und online ist.
Außerdem gibt es verschiedene Auslöser für die Umleitung:
- Sofort: Jeder Anruf wird direkt weitergeleitet, das Festnetz klingelt gar nicht erst.
- Bei Besetzt: Die Umleitung greift nur, wenn gerade telefoniert wird.
- Bei Nichtmelden: Erst wenn niemand abnimmt (zum Beispiel nach dem fünften Klingeln), wird weitergeleitet.
Eine Sonderform ist der Parallelruf: Hier klingeln Festnetz- und Zielgerät gleichzeitig, und wer zuerst abnimmt, bekommt das Gespräch. Welche Variante wann sinnvoll ist, klären wir weiter unten.
Schritt für Schritt: Rufumleitung in der FRITZ!Box einrichten
Wenn Du eine FRITZ!Box nutzt und Anrufe nicht auf dem Festnetz, sondern mobil über das Handy annehmen willst, richtest Du die Umleitung direkt am Router ein. Das geht in wenigen Minuten.
FRITZ!Box Anrufweiterleitung auf Handy einrichten
- Rufe die Benutzeroberfläche über die Standard-IP-Adresse 192.168.178.1 im Browser auf.
- Melde Dich mit Deinem FRITZ!Box-Passwort an.
- Klicke links auf Telefonie, dann auf Rufbehandlung.
- Öffne den Reiter Rufumleitung und klicke auf Neue Rufumleitung.
- Bei „Anrufe, die umgeleitet werden sollen" wählst Du Deine Festnetznummer oder „Alle Anrufe".
- Bei „Umleitung der Anrufe" trägst Du die Zielnummer ein – also Deine Handynummer.
Beim Typ der Umleitung kannst Du zwischen sofort, verzögert (bei Nichtmelden) und bei Besetzt wählen. Wenn Du nur weitergeleitet werden willst, wenn Du wirklich nicht rangehst, ist die verzögerte Variante meist die beste.
Diese Grenzen solltest Du kennen
Die FRITZ!Box hat ein paar fest eingebaute Einschränkungen: Eine in der FRITZ!Box eingerichtete Mobilrufnummer lässt sich nicht umleiten, interne Anrufe werden nicht weitergeleitet, und Umleitungen zu Sonderrufnummern wie 0900, 0190, 0180, 0138 und 0137 sind aus Sicherheitsgründen gesperrt. Insgesamt kannst Du maximal 32 Rufumleitungen einrichten – für die meisten kleinen Büros in Freiburg oder Lahr mehr als genug.
Schritt für Schritt: Rufumleitung bei der Telekom einrichten
Hast Du einen IP-basierten Festnetzanschluss der Telekom, läuft die Umleitung in der Regel direkt über den Anbieter – unabhängig davon, ob Dein Router gerade läuft. Dafür hast Du drei Wege: die Voicemail-App, das Telefoniecenter oder Steuercodes am Telefon.
Rufumleitung Festnetz auf Handy einrichten bei der Telekom
Am bequemsten geht es über das Telefoniecenter, eine Webanwendung zur Konfiguration der Telefonie-Einstellungen für MagentaZuhause- und Glasfaser-Anschlüsse. Alternativ erledigst Du das über die Voicemail-App. Wer es schnell und ohne Login mag, nutzt die Steuercodes direkt über die Telefontastatur:
- *21*Zielrufnummer# – sofortige Rufumleitung aktivieren (egal ob Mobil- oder Festnetznummer)
- *61*Zielrufnummer*Zeitwert# – Umleitung bei Nichterreichbarkeit (niemand nimmt ab)
- *67*Zielrufnummer# – Umleitung bei besetztem Anschluss
- #21# – sofortige Rufumleitung wieder deaktivieren
Du tippst den Code wie eine Telefonnummer ein und drückst die Anruftaste. Eine Ansage bestätigt Dir, dass die Umleitung aktiv ist. Das Ein- und Ausschalten selbst ist kostenlos – was hinterher auf der Rechnung steht, hängt vom Ziel der Umleitung ab. Genau das schauen wir uns im nächsten Abschnitt an.
Diese Variante der Telekom Rufumleitung hat den Vorteil, dass sie unabhängig vom Router funktioniert. Du kannst sie theoretisch sogar aktivieren, bevor Du das Haus verlässt, und bist dann auch dann erreichbar, wenn zu Hause der Strom ausfällt oder der Router neu startet.
Parallelruf vs. Rufumleitung – was passt wann
Die klassische Rufumleitung und der Parallelruf lösen dasselbe Grundproblem, aber auf unterschiedliche Weise. Bei der Rufumleitung wird der Anruf an das Zielgerät weitergereicht – das Festnetz klingelt (je nach Einstellung) gar nicht oder nur kurz. Beim Parallelruf werden eingehende Anrufe gleichzeitig am FON-Anschluss signalisiert, an dem sie eingehen, und am Anschluss, an den sie umgeleitet werden. Beide Geräte klingeln also, und Du nimmst dort ab, wo es Dir gerade passt.
Rufumleitung oder Parallelruf – welche Einstellung ist besser?
Die ehrliche Antwort: Es kommt auf Deine Situation an.
- Parallelruf ist ideal, wenn Du im Büro bist und trotzdem mobil erreichbar bleiben willst. Bist Du am Platz, nimmst Du am Festnetz ab; bist Du kurz draußen, klingelt parallel das Handy. Du musst nichts umschalten.
- Rufumleitung (am besten bei Nichtmelden) passt besser, wenn Du gezielt steuern willst, wann aufs Handy weitergeleitet wird – etwa erst nach dem fünften Klingeln, damit im Büro noch jemand die Chance hat, ranzugehen.
Ein praktischer Fall aus dem Alltag: Du willst, dass wichtige Stammkunden immer durchkommen, während der Rest aufs Band oder woanders hin läuft. Dafür kannst Du in der FRITZ!Box Umleitungen für einzelne Rufnummern einrichten statt für „Alle Anrufe". So trennst Du wichtig von weniger dringend – ohne dass Dein Handy den ganzen Tag vibriert.
Die Kostenfalle: Was eine Rufumleitung aufs Handy wirklich kostet
Hier liegt der Punkt, den die meisten unterschätzen. Der Anrufer bemerkt von der Weiterleitung nichts und zahlt die gleichen Gebühren wie für einen Anruf aufs Festnetz. Die Kosten trägt derjenige, auf dessen Telefon die Umleitung eingerichtet ist. Leitest Du also Anrufe vom Bürotelefon aufs Privathandy um, zahlt der Anschlussinhaber – im Zweifel der Arbeitgeber.
Anrufweiterleitung Festnetz auf Handy – mit diesen Kosten musst Du rechnen
Entscheidend ist, was in Deinem Festnetzvertrag für Verbindungen ins Mobilfunknetz steht. Sind Anrufe vom Festnetz ins Mobilfunknetz in Deinem Vertrag kostenlos, ist auch die Rufumleitung in der Regel umsonst. Fehlt diese Flatrate, wird es schnell teuer: In vielen Telekom-Tarifen werden Rufumleitungen zur Handynummer wie normale Gespräche berechnet – rund 19 Cent pro Minute beziehungsweise 0,19 € je Einheit bei einer Umleitung ins Fremdnetz. Und das läuft, solange das weitergeleitete Gespräch dauert.
Das Tückische: Selbst eine vermeintliche Allnet-Flat schützt nicht immer. Bei manchen Flatrates berechnet der Anbieter trotzdem rund 10 Cent pro weitergeleitete Gesprächsminute, in einigen Fällen sogar bis zu 20 Cent – allerdings nur, wenn der Anruf auch tatsächlich entgegengenommen wird. Das Ein- und Ausschalten der Umleitung selbst kostet nichts.
Unser Rat: Wirf vor dem Einrichten einen Blick in die Preisliste Deines Anbieters. Ein paar Umleitungen am Tag fallen kaum auf – aber wer täglich zahlreiche Anrufe aufs Handy weiterleitet, hat am Monatsende schnell einen spürbaren Posten auf der Rechnung. Diese laufenden Minutenkosten sind auch ein wichtiger Grund, warum sich für manche die dritte Option am Ende des Artikels rechnet.
Rufumleitung wieder deaktivieren – so geht's
Eine Rufumleitung ist praktisch, muss aber ein- und ausgeschaltet werden – und genau das vergisst man gern. Kommst Du abends ins Büro zurück und das Handy klingelt noch für Geschäftsanrufe, ist die Umleitung vermutlich noch aktiv. Das Deaktivieren ist zum Glück genauso schnell erledigt wie das Einrichten.
Telekom-Festnetz: Rufumleitung deaktivieren
Bei Telekom-Anschlüssen schaltest Du die sofortige Umleitung mit #21# wieder aus. Die Logik ist einheitlich: Was Du mit *Ziffer*Zielnummer# einschaltest, deaktivierst Du mit #Ziffer#. Für die bedingten Umleitungen gilt entsprechend #61# (bei Nichtmelden) und #67# (bei Besetzt). Über *21*# lässt sich die Umleitung außerdem gezielt für eine bestimmte Rufnummer wieder abschalten.
FRITZ!Box: Umleitung ausschalten
In der FRITZ!Box gehst Du denselben Weg wie beim Einrichten: Über Telefonie → Rufbehandlung → Rufumleitung findest Du Deine angelegten Regeln. Dort kannst Du einzelne Umleitungen deaktivieren oder ganz löschen. Praktisch, wenn Du mehrere Regeln für verschiedene Nummern hast und nur eine davon pausieren willst.
Wer häufig zwischen „umgeleitet" und „nicht umgeleitet" wechselt, merkt schnell, wie lästig dieses ständige Hin und Her wird. Genau an diesem Punkt setzt die dritte Option an, die wir uns jetzt ansehen.
Die dritte Option: Weiterleitung an einen Telefonservice
Technisch ist die Weiterleitung an einen Telefonservice dieselbe Rufumleitung, die Du oben eingerichtet hast – nur zeigt das Ziel nicht auf Dein privates Handy, sondern auf ein Dienstleister-Team. Du leitest Deine Festnetz- oder Mobilnummer per Rufumleitung um, entweder dauerhaft oder nur bei Nichtannahme, zum Beispiel nach dem fünften Klingeln. Das Team nimmt dann im Namen Deiner Firma ab, qualifiziert das Anliegen und meldet es Dir per E-Mail oder SMS.
Festnetz-Weiterleitung an einen Telefonservice einrichten – warum das oft die ruhigere Lösung ist
Der Unterschied zur Handy-Umleitung ist spürbar. Statt dass Dein Handy mitten im Kundentermin oder auf dem Gerüst klingelt, geht ein echter Mensch ans Telefon – freundlich, vorbereitet und ohne dass der Anrufer merkt, dass er nicht direkt bei Dir landet. Bei uns bei office & phone in Freiburg und Lahr werden im Schnitt rund 3.425 Anrufe pro Monat bearbeitet, 93 % der Anrufe erfolgreich angenommen und 86 % der Support-Anfragen selbstständig gelöst. Die durchschnittliche Gesprächsdauer liegt bei 1,89 Minuten.
Gerade für Handwerksbetriebe lohnt der Blick auf die Zahlen: Bei fünf Anrufen am Tag und zwei verpassten sind das rund zehn verpasste Anrufe pro Woche. Reicht davon einer pro Woche für einen durchschnittlichen Auftrag, geht es schnell um vierstellige Beträge im Monat. Mehr dazu liest Du in unserem Artikel zum Telefonservice für Handwerker. Ob sich das für Dich rechnet, zeigt Dir der Selbsttest in Wann lohnt sich ein Telefonservice.
Abgerechnet wird nach angenommenen Anrufen, ohne Mindestvertragslaufzeit – Du zahlst also nur, wenn wirklich jemand anruft, statt pro Minute für jede Handy-Umleitung. Der Start gelingt meist innerhalb von 2–5 Werktagen, und vor dem ersten Anruf schließen wir einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO ab. Das ersetzt keine Rechtsberatung, zeigt aber, dass das Thema Datenschutz sauber geregelt ist.
Fazit
Die Rufumleitung vom Festnetz aufs Handy ist schnell eingerichtet – in der FRITZ!Box über Telefonie, Rufbehandlung und Rufumleitung, bei der Telekom bequem per Steuercode wie *21*Zielrufnummer#. Welche Variante Du wählst, hängt von Deinem Alltag ab: Parallelruf für parallele Erreichbarkeit, verzögerte Umleitung für gezieltes Weiterleiten erst bei Nichtmelden.
Der entscheidende Punkt bleibt die Kostenseite. Ohne passende Flatrate ins Mobilfunknetz zahlst Du pro weitergeleiteter Minute – und selbst manche Allnet-Flat schützt nicht zuverlässig davor. Deshalb lohnt der Blick in die Preisliste vor dem Einrichten.
Wenn die Handy-Umleitung Dich im Alltag mehr stört als hilft oder die Minutenkosten zu hoch werden, ist die Weiterleitung an einen Telefonservice die ruhigere Alternative: dieselbe Technik, aber ein echter Mensch am Apparat, Abrechnung nur bei angenommenen Anrufen und niemand, der Dich auf der Baustelle oder im Termin aus dem Konzept bringt.
Häufige Fragen
Was kostet eine Rufumleitung vom Festnetz aufs Handy?
Das hängt von Deinem Festnetzvertrag ab. Sind Anrufe vom Festnetz ins Mobilfunknetz in Deinem Tarif kostenlos, ist auch die Rufumleitung meist umsonst. Ohne diese Flatrate wird die Umleitung wie ein normales Gespräch ins Handynetz berechnet – in vielen Telekom-Tarifen rund 19 Cent pro Minute. Die Kosten zahlt immer der Anschlussinhaber, auf dessen Telefon die Umleitung eingerichtet ist, nicht der Anrufer.
Ist die Rufumleitung bei einer Allnet-Flat wirklich kostenlos?
Nicht immer. Trotz Flatrate können je nach Anbieter Kosten für eine Rufumleitung anfallen, besonders bei einer Umleitung aufs Handy. Bei manchen Allnet-Flats berechnet der Anbieter rund 10 Cent pro weitergeleitete Gesprächsminute, in einigen Fällen sogar bis zu 20 Cent – und das nur, wenn der Anruf auch tatsächlich entgegengenommen wird. Ein Blick in die Preisliste Deines Anbieters vor dem Einrichten lohnt sich.
Wie leite ich Anrufe nur weiter, wenn ich nicht erreichbar bin?
Dafür nutzt Du die Umleitung bei Nichtmelden. Bei der Telekom aktivierst Du sie mit dem Steuercode *61*Zielrufnummer*Zeitwert#, die Variante bei Besetzt mit *67*Zielrufnummer#. In der FRITZ!Box wählst Du beim Anlegen einer neuen Rufumleitung den Typ „verzögert" statt „sofort". So bekommt im Büro erst jemand die Chance, abzunehmen, bevor der Anruf aufs Handy oder an einen Telefonservice weitergereicht wird.
Zahlt der Anrufer bei einer Rufumleitung mehr?
Nein. Der Anrufer bemerkt von der Weiterleitung nichts und zahlt die gleichen Gebühren wie für einen normalen Anruf auf Dein Festnetz. Eventuelle Mehrkosten trägt immer derjenige, auf dessen Anschluss die Umleitung eingerichtet ist – also Du beziehungsweise Dein Betrieb. Leitest Du vom Bürotelefon aufs Privathandy um, zahlt der Anschlussinhaber den Minutenpreis für die Verbindung ins Mobilfunknetz.
Quellen
- Rufumleitung in FRITZ!Box einrichten — AVM
- FRITZ!Box Hilfe: Neue Rufumleitung — AVM
- Rufumleitung in der Fritzbox einrichten — TECHBOOK (Axel Springer)
- Rufumleitung mit der Fritzbox einrichten – so geht's — heise.de
- Festnetz Anrufweiterleitung einrichten — Deutsche Telekom
- Anrufweiterleitung (FAQ) — Deutsche Telekom
- Wo kann ich eine Rufumleitung vom Festnetz auf das Mobilnetz einstellen? — Telekom hilft Community
- Kosten Rufumleitung Telekom-Festnetz auf Telekom-Mobil — Telekom hilft Community