Es ist Montagmorgen, kurz nach acht. Am Empfang stehen drei Patienten mit Überweisungen in der Hand, die MFA sortiert gerade Laborbefunde — und das Telefon klingelt. Es klingelt schon zum vierten Mal, während sie den Hörer noch gar nicht abgenommen hat. Auf dem Display: die nächsten drei Anrufer in der Warteschleife. Wer diese ersten beiden Stunden im Praxisalltag kennt, weiß: Hier geht es nicht um schlechte Organisation, sondern um schlicht zu viele Aufgaben auf zu wenig Schultern.
Genau an diesem Punkt setzen viele Arztpraxen die Frage an, ob sich Prozesse auslagern lassen — und ob das die Personalkosten wirklich senkt oder nur verschiebt. Dieser Artikel gibt Dir eine ehrliche Übersicht: Wir schauen auf die Zahlen hinter dem Kostendruck, auf das Telefon-Problem in echten Anrufmengen, auf das, was eine eigene Kraft tatsächlich kostet, und auf das, was Du an einen externen Dienstleister wie office & phone abgeben kannst. Mit Beispielrechnung, Rechtseinordnung und klarem nächstem Schritt.
Warum Arztpraxen unter wirtschaftlichem Druck stehen
Der größte Kostenblock einer Praxis ist das Personal — und dieser Block wächst schneller als die Einnahmen. Nach Berechnungen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi-Praxis-Panel, 2023, vorläufig) machen die Personalkosten rund 58 Prozent der Aufwendungen je Inhaber:in aus. Zwischen 2020 und 2023 sind sie um 26,5 Prozent gestiegen. Das ist kein kurzfristiger Ausschlag, sondern eine Entwicklung, die den finanziellen Spielraum spürbar verengt.
Dazu kommt die Verfügbarkeit von Fachkräften. Medizinische Fachangestellte gelten bei der Bundesagentur für Arbeit als Engpassberuf — offene Stellen bleiben oft lange unbesetzt. Wer eine MFA verliert, ersetzt sie nicht in vier Wochen. Das Team, das bleibt, fängt die Lücke auf, und die Belastung steigt weiter.
Was gesunde Kostenquoten aussagen
Zur Orientierung: Die Personalkostenquote in deutschen Arztpraxen liegt im Schnitt bei rund 30 Prozent. Werte unter 25 Prozent stehen für eine wirtschaftlich gut aufgestellte Praxis, ab 40 Prozent wird der Spielraum eng. Ein zweiter Blickwinkel ist der Umsatz pro Kopf: Durchschnittlich erwirtschaftet eine Praxis etwa 48.000 Euro pro Mitarbeiter:in, effizient geführte Praxen kommen auf bis zu 76.000 Euro. Der Unterschied entsteht selten durch mehr Arbeit — sondern dadurch, dass die vorhandenen Kräfte für das eingesetzt werden, was nur sie tun können: die medizinische und patientennahe Arbeit.
Zum Einordnen der Größenordnung: Die durchschnittlichen Einnahmen je Arztpraxis lagen 2021 laut Destatis bei 756.000 Euro, davon 71,7 Prozent aus Kassenabrechnung. Die Aufwendungen kletterten 2022 auf durchschnittlich 466.000 Euro — elf Prozent über dem Vorjahr. Wenn die Kosten so anziehen, lohnt sich der ehrliche Blick darauf, welche Aufgaben ein Team wirklich selbst erledigen muss.
Das Telefon-Problem in Zahlen: wo Zeit und Geld verloren gehen
Kaum ein Bereich bindet in einer Praxis so viel Kraft wie das Telefon — und kaum einer wird so unterschätzt. Eine durchschnittliche Hausarztpraxis erhält 100 bis 200 Anrufe pro Tag, stark konzentriert auf die ersten zwei Stunden. 40 Prozent dieser Anrufe drehen sich um Terminvereinbarungen. Oft steht dafür genau eine MFA zur Verfügung, während parallel der Empfang, das Labor und die Sprechstunde laufen. Das Ergebnis ist absehbar.
Eine Studie der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zeigt, dass in jeder dritten Arztpraxis Patienten regelmäßig Schwierigkeiten beklagen, telefonisch durchzukommen. Und intern bleiben laut Branchenzahlen bis zu 40 Prozent der Praxisanrufe schlicht unbeantwortet. Das kostet nicht nur Nerven, sondern messbar Umsatz und Ruf.
Arztpraxis entlasten durch externen Telefonservice — was auf dem Spiel steht
Studien zum Suchverhalten zeigen: Bei telefonischer Nichterreichbarkeit wechseln 60 bis 70 Prozent der Anrufer zum nächsten Anbieter. Im Gesundheitsbereich heißt das ganz nüchtern — der Patient bucht bei der Praxis, die abnimmt. Rechnet man das durch, ergibt sich schnell eine relevante Summe: Zehn verlorene Neupatienten pro Monat entsprechen je nach Fachrichtung und Behandlungswert einem entgangenen Umsatz von 60.000 bis 240.000 Euro im Jahr.
Nicht zu vergessen die Wirkung nach innen. Eine Untersuchung des Zi zeigt, dass Praxen mit schlechter telefonischer Erreichbarkeit eine höhere Mitarbeiterfluktuation haben. Wer ständig gegen die Warteschleife und genervte Anrufer arbeitet, verliert irgendwann die Freude am Job. Das Telefon ist damit kein Randthema, sondern ein Hebel für Umsatz, Ruf und Teamgesundheit zugleich.
Was genau kostet eine eigene Kraft wirklich?
Wer über Auslagern nachdenkt, sollte zuerst wissen, was die eigene Kraft tatsächlich kostet — und zwar nicht nur das Bruttogehalt. Das Durchschnittsgehalt einer Medizinischen Fachangestellten liegt bei rund 37.548 Euro brutto im Jahr, also etwa 3.129 Euro im Monat. Das ist aber nur der sichtbare Teil.
In unserem Kostenrechner auf der Telefonservice-Seite rechnen wir mit rund 56 Prozent Personalzusatzkosten auf das Bruttogehalt und einer Leerlaufquote von etwa 30 Prozent — Urlaub, Krankheit, Feiertage, Pausen. Bei 3.000 Euro Bruttogehalt entstehen dadurch rund 4.680 Euro Fixkosten pro Monat. Von den 168 bezahlten Stunden bleiben effektiv nur etwa 118 nutzbar. Das ergibt einen realen Preis von rund 78 Euro pro tatsächlich genutzter Stunde.
Personalkosten der Arztpraxis senken — die Rechnung ehrlich zu Ende denken
Diese Zahlen sind kein Argument gegen gutes Personal. Eine MFA am Behandlungsstuhl ist durch nichts zu ersetzen. Aber sie sind ein Argument dafür, genau hinzuschauen, welche Stunden sich wirklich lohnen. Wenn eine Kraft einen großen Teil ihres Tages in der Warteschleife und mit Terminverschiebungen verbringt, zahlst Du 78 Euro pro Stunde für eine Aufgabe, die auch remote und außerhalb der Stoßzeiten laufen kann.
Wie sich der Vergleich zwischen Festanstellung und externem Dienstleister rechnerisch entwickelt, haben wir im Artikel Virtuelle Assistenz Kosten vs. eigene Bürokraft mit Marktgehältern und Break-even durchgespielt. Der Kern: Auslagern lohnt sich dort, wo Aufgaben schwanken, planbar sind und keine Präsenz vor Ort brauchen — und genau das trifft auf einen großen Teil der Telefon- und Verwaltungsarbeit zu.
Telefonservice für Arztpraxen: was sich konkret auslagern lässt
Ein Telefonservice für die Arztpraxis ist keine anonyme Telefonzentrale. Die Anrufe werden im Namen Deiner Praxis angenommen — der Patient merkt idealerweise nicht, dass er nicht direkt am Empfang gelandet ist. Für Arztpraxen betreiben wir eine eigene Leistungsseite, die genau beschreibt, was übernommen wird.
Telefonservice für Arztpraxen — was ist möglich?
- Anrufannahme im Praxisnamen — freundlich, mit Deinem Wortlaut, in der ersten Stunde des Tages genauso wie mittags.
- Terminvergabe und -verschiebung direkt im Praxissystem, in Echtzeit sichtbar für Dein Team.
- Rezept- und Überweisungswünsche aufnehmen und strukturiert weitergeben.
- Weiterleitung dringender Anliegen nach klar abgestimmten Regeln.
- Abgrenzung von Notfällen: Ein echter Notfall wird nicht in die Warteschleife gesteckt, sondern konsequent an 112 beziehungsweise 116117 verwiesen.
Technisch lässt sich das eng verzahnen: Administrative Anrufe nehmen geschulte Kräfte remote an, die IT-Systeme werden synchronisiert, Termine erscheinen unmittelbar im Praxissystem. Für Dein Team bedeutet das keinen Kontrollverlust, sondern einen zusätzlichen, verlässlichen Kanal.
Drei Modelle — KI, Hybrid, klassisch
Wir arbeiten mit drei Modellen: rein klassisch mit echten Menschen, ein Hybrid aus KI-Vorqualifizierung und Mensch, und ein KI-gestützter Service. Was für Deine Praxis passt, hängt vom Anrufaufkommen und der Art der Anliegen ab. Wenn Du abwägen willst, was bei Patienten wirklich ankommt, hilft der Beitrag KI-Telefonservice vs. echte Menschen weiter. Gerade bei älteren Patienten ist die menschliche Stimme oft wichtiger — die BAGSO weist darauf hin, dass rund sieben Millionen Menschen über 60 in Deutschland das Internet nicht nutzen und auf die telefonische Erreichbarkeit angewiesen sind.
Sekretariat und Backoffice: mehr als nur Telefon
Das Telefon ist der offensichtlichste Engpass, aber selten der einzige. Hinter der Sprechstunde läuft ein ganzer Verwaltungsapparat, der Zeit frisst und keine Approbation braucht. Genau hier setzt unser Sekretariat und die Sachbearbeitung an — als verlängertes Backoffice Deiner Praxis.
Welche Aufgaben Arztpraxen auslagern können
- Korrespondenz mit Patienten, Kassen und Kollegen.
- Terminkoordination über das reine Telefon hinaus, inklusive Nachfassen und Erinnerungen.
- Fakturierung und Rechnungsstellung, damit Leistungen zeitnah abgerechnet werden.
- Vorbereitende Buchhaltung und Stammdatenpflege.
Unsere Sekretariatsseite listet zusätzlich Buchhaltungsleistungen nach § 6 Ziff. 3 und 4 Steuerberatungsgesetz — also klar abgegrenzt von Aufgaben, die dem Steuerberater vorbehalten sind. Damit bleibt die Zusammenarbeit sauber und rechtlich eindeutig.
Wann sich das Auslagern lohnt, ist keine Bauchentscheidung. Im Artikel Backoffice auslagern haben wir sieben konkrete Anzeichen zusammengetragen, an denen Du erkennst, dass die Verwaltung Dein Team ausbremst — etwa wenn Rechnungen liegen bleiben, Rückrufe nicht erfolgen oder qualifizierte Kräfte ständig mit Routineaufgaben beschäftigt sind. Der Grundgedanke bleibt derselbe wie beim Telefon: Deine MFA ist zu wertvoll, um einen halben Tag Formulare zu sortieren. Was standardisierbar und ortsunabhängig ist, kann ausgelagert werden — der patientennahe Kern bleibt bei Dir.
Beispielrechnung: so viel kann eine Praxis konkret sparen
Rechnen wir es an einem realistischen Fall durch. Nimm eine mittelgroße Hausarztpraxis, in der eine MFA einen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit am Telefon und in der Terminorganisation verbringt. Nach der Logik unseres Kostenrechners kostet eine Kraft mit 3.000 Euro Bruttogehalt rund 4.680 Euro Fixkosten pro Monat — bei nur etwa 118 effektiv nutzbaren Stunden, also rund 78 Euro je genutzter Stunde.
Personalkosten Arztpraxis senken — Übersicht der Möglichkeiten
Ein externer Telefonservice im medizinischen Bereich schlägt je nach Aufwand mit rund 1.000 Euro monatlich oder mehr zu Buche. Das ist deutlich weniger als eine zusätzliche Vollzeitkraft — und der entscheidende Punkt: Du zahlst für angenommene Anrufe, nicht für Leerlauf. Die 30 Prozent Leerlaufquote, die bei eigener Anstellung anfallen, entfallen beim Dienstleister komplett.
Die zweite Seite der Rechnung ist der Umsatz, der sonst verloren geht. Wenn Deine Praxis pro Monat auch nur zehn potenzielle Neupatienten nicht erreicht, sind das über das Jahr rund 120 verlorene Patienten. Bei Abwanderung können so bis zu 60.000 Euro potenzieller Einnahmen verpuffen — je nach Fachrichtung reicht die Spanne bis 240.000 Euro. Gegen diese Summe wirken 1.000 Euro monatlich für einen zuverlässigen Service überschaubar.
Wichtig: Das ist kein Versprechen, sondern eine Einordnung mit Branchenzahlen. Ob und wie stark sich das Auslagern bei Dir rechnet, hängt von Anrufaufkommen, Fachrichtung und Deiner aktuellen Personalstruktur ab. Deshalb lohnt der ehrliche Blick auf die eigenen Zahlen mehr als jede Pauschalaussage — und genau dabei helfen wir Dir gern konkret weiter.
Rechtssicherheit und Vertrauen: Datenschutz bei Patientendaten
Sobald ein externer Dienstleister ans Praxistelefon geht, sind Gesundheitsdaten im Spiel — und die genießen besonderen Schutz. Solche Daten fallen unter Art. 9 DSGVO, die ärztliche Schweigepflicht nach § 203 StGB reicht bis zu den Beschäftigten, die im Auftrag der Praxis handeln. Das ist kein Grund, auf Entlastung zu verzichten — aber ein Grund, den Partner sorgfältig zu wählen.
Was einen sauberen Dienstleister ausmacht
Grundlage ist ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO (AVV), der die Verarbeitung klar regelt. Bei office & phone findet die Verarbeitung in Deutschland statt, das Team sitzt in Freiburg und Lahr. Das Unternehmen besteht seit über 25 Jahren, ist ISO 9001:2015 zertifiziert und arbeitet nach dokumentierten Abläufen. Für Praxen bedeutet das: nachvollziehbare Prozesse statt anonymer Callcenter im Ausland.
Wichtig ist auch die Erreichbarkeitspflicht. § 8 der Anlage 31c des Bundesmantelvertrags schreibt in der entsprechenden Konstellation vor, dass sowohl der Arzt als auch die Praxis telefonisch erreichbar sein müssen. Ein professioneller Telefonservice hilft Dir, diese Pflicht verlässlich zu erfüllen, statt sie an überlasteten Tagen zu riskieren.
Ein Hinweis in eigener Sache: Diese Einordnung ersetzt keine Rechtsberatung. Für Deine konkrete Konstellation — etwa die Ausgestaltung des AVV oder Fragen zur Schweigepflicht — solltest Du die Details mit Deinem Datenschutzbeauftragten oder Deiner Rechtsberatung abstimmen. Wir liefern die technische und organisatorische Grundlage, die Verantwortung für die medizinische Versorgung bleibt bei Dir.
Fazit
Der wirtschaftliche Druck auf Arztpraxen ist real und gut belegt: Personalkosten machen rund 58 Prozent der Aufwendungen aus und sind seit 2020 um mehr als ein Viertel gestiegen, während MFA schwer zu finden sind. Gleichzeitig kostet ein Telefon, an das niemand rangeht, messbar Patienten, Umsatz und irgendwann auch das Team.
Der Ausweg ist selten „mehr Personal", sondern die kluge Verteilung von Aufgaben. Was standardisierbar und ortsunabhängig ist — Anrufannahme, Terminmanagement, Rezeptwünsche, Korrespondenz, vorbereitende Buchhaltung — lässt sich auslagern, ohne den patientennahen Kern anzutasten. Die Zahlen zeigen, dass sich das für viele Praxen rechnet, gerade weil beim Dienstleister der teure Leerlauf entfällt.
Ob es sich für Deine Praxis lohnt, hängt von Deinen konkreten Zahlen ab. Der ehrlichste nächste Schritt ist deshalb kein Vertrag, sondern ein Gespräch, in dem wir gemeinsam durchrechnen, wo Entlastung sinnvoll ist — und wo nicht.